EM kurios: Und plötzlich war Rudi Völler nicht mehr da

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Völler
imago images / Laci Perenyi

Erst das Finale bei der WM 2002 – dann das Vorrunden-Aus bei der EM 2004. Unterschiedlicher hätten die beiden großen Turniere in der Amtszeit von Rudi Völler als Teamchef der deutschen Nationalmannschaft nicht laufen können. Nach letzterem schmiss der heute 60-Jährige auf einmal den Hut. SPORTFAILS erinnert im neuen Format „EM kurios“ an die Europameisterschaft vor 16 Jahren.

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Schon vor dem Start des Turniers in Portugal standen vor dem Auftritt der DFB-Elf viele Fragezeichen. Bei der vorletzten Auflage 1996 hatte man sich zum dritten Mal zum Europameister gekrönt, vier Jahre später versagte man dann kläglich und schied in der Vorrunde aus. Daraufhin musste Erich Ribbeck seinen Posten als Nationaltrainer aufgeben – ein gewisser Rudi Völler übernahm den Posten als Teamchef. Übrigens: Die Bezeichnung „Bundestrainer“ durfte Völler nie tragen, weil er über keine Trainerlizenz als Fußballlehrer verfügte.

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Im ersten Gruppenspiel der Gruppe D trat Deutschland gegen die Niederlande an. Den Führungstreffer von Torsten Frings glich Ruud van Nistelroy zehn Minuten vor Schluss noch zum Unentschieden aus. Schon vor der zweiten Partie gegen Lettland lastete also Druck auf der Mannschaft, die erneut nicht abliefern konnte und mit 0:0 das zweite Remis einfuhr. Vor dem entscheidenden Gruppenspiel (Völler: „Ein echtes Endspiel“) gegen die bereits für das Viertelfinale qualifizierten Tschechen stand die Marschroute jetzt fest.

Doch das Drama nahm seinen Lauf und nach dem Führungstreffer von Michael Ballack schenkte Tschechien, das mit vielen Reservisten auflief, dem einstigen Gruppenfavoriten noch zwei Treffer ein und besiegelte das Aus Deutschlands. Nur zwei Jahre vor der WM im eigenen Land gehörte das DFB-Team auf einmal zu den schwachen Teams des Kontinents. DFB-Präsident Mayer-Vorfelder verlangte von Völler nun eine klare Marschroute, „wohin die Reise gehen soll“.

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„Es ist bitter, weil aufgrund der Konstellation die Chance auf ein Weiterkommen sehr groß war“, gab der geschlagene Teamchef im Anschluss an die Partie zu. Nur zwölf Stunden später beendete er dann sein Kapitel Nationalmannschaft, um den Weg für die Heim-WM freizumachen. „Diesen Job kann nur jemand machen, der unbefleckt ist“, sagte Völler, „ich hätte es gerne weitergemacht, aber Egoismus ist hier der falsche Freund, weil es der Sache nicht dient.“

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